Dr. phil., Dr. jur., Dr. sc. pol. habil., Prof. Ulrich Matthée

Besuchsanschrift:

Prof. Dr. Dr. Ulrich Matthée
Am Seeufer 3
24111 Kiel


Fernmeldenummern:

Telefon: 04 31 / 3 76 33

Telefax: 04 31 / 3 76 33

Elektronische Post:

Internet: www.matthee.org

E-Mail: kontakt@matthee.org

Kontakt

Hinweise:

Impressum | Disclaimer | Suchen |

Lebenslauf

Herkunft

Der Name Matthée ist französischen Ursprungs, denn meine Vorfahren stammen aus dem französisch-sprachigen Kanton Neuchâtel (zu deutsch Neuenburg) im Schweizer Jura. Das Wappen meiner Familie ist überliefert vom Stammvater aller heute im Jura, in Deutschland und in Süd-Chile - sowie bis 1945 in Preußisch Litauen (Reg.-Bez. Gumbinnen) - lebenden Matthée: Hueguenin Matthée, der als „Maire et Notaire du Locle“ um 1600 fast 100-jährig starb. Das Spruchband über drei Bergspitzen sagt: „Montagne haute, nous devons considérer, que nous n'avons qu'à traveiller“, also „Hohes Gebirge, wir schulden die Einsicht, dass wir nichts als zu arbeiten haben“. Dieses Motto drückt das Arbeits-Ethos des Calvinismus aus: innerweltliche Askese - permanente Bewährung - Rationalisierung der Lebensführung.


Der Flecken Le Locle sollte neben La Chaux de Fonts im 19. und 20. Jahrhundert den Ruhm der Schweizer Uhren in alle Welt tragen. Das Fürstentum Neuchâtel-Valangin kam im Rahmen der Oranischen Erbschaft 1707 an den preußischen König, und dieser blieb bis zur „Neuenburger Krise“ 1857 „Prince du Neuchâtel“. Die irrige Annahme, die Matthée stammten von Hugenotten ab - wie sie über Generationen hinweg in meiner Familie kolportiert worden war - konnte ich nach Besuchen in Le Locle und in Puerto Montt (Chile) korrigieren.

Meine Vorfahren emigrierten 1712 in das damalige Preußisch Litauen. Bis in den letzten Weltkrieg war die Familie Matthée bei der (ost-)preußischen Kreisstadt Tilsit ansässig. Mein Vater wie die beiden Großväter waren Lehrer, mein Stief-Großvater aus zweiter Ehe war bis zum Kriege ein angesehener Viehkaufmann. Er wurde als Treckführer 1945 von Deutsch Krone bis Boostedt unser Lebensretter.

Geboren wurde ich am 9. November (welch ein denkwürdiger Tag) 1941, und zwar in der Dreikaiserstadt Tilsit. Tilsit, mit Stadtrecht seit 1409 und einer Deutschordensburg, hatte damals 59.100 Einwohner, höhere und Fachschulen, Theater und Museum. Direkt am Memelstrom gelegen hatte die Stadt über die Luisenbrücke Verbindung ins Memelgebiet und nach Litauen. So konnte Getreide-, Holz-, Käse-, Pferde- und Viehhandel getrieben werden. Es gab Holz-, Zellstoff-, Maschinen- und andere Industrie. Mein Geburtshaus, damals (Rosenstraße 5) wie heute eine Klinik, steht noch, und wurde schon bei Exkursionen besichtigt.


Tilsit, Luisen-Haus

Bild links: Alte Postkarte vom „Luisenhaus“ in Tilsit (undatiert),


rechts: Luisenbrücke, die bei Tilsit die Memel (litauisch Nemunas, russisch Njemen) überspannt

Tilsit, Memel, Luisen-Brücke

Flucht, Kindheit

Im heißen Sommer 1944 - nach der Landung in der Normandie und der Vernichtung der Heeresgruppe Mitte im Raume Minsk - ahnte der Großvater, der Krieg werde verloren gehen und das Deutsche Reich würde Gebiete verlieren. Er ließ seine Familie näher an das Kernreich fahren, bis in die Wälder bei Deutsch Krone, woran ich als der junge Ulrich meine ersten Kindheitserinnerungen behalten habe.


Der Treckwagen kam am 24. März 1945 in Boostedt (Kreis Segeberg, Schleswig-Holstein) an. Nach dem Kriege galt es als Erstes, im Westen Deutschlands wieder Land zu erwerben, um von anderen Menschen unabhängig zu werden. Der Stief-Großvater pachtete vom Fiskus Teile des Truppen-Übungsplatzes Neumünster in Boostedt und gründete einen Bauernhof von 25 Hektar, den er bewirtschaftete, bis 1956 die Bundeswehr kam. Dortselbst, auf den ehemaligen Feldern meiner Kindheit, wurde ich 1962 Leutnant im Panzerbataillon 183. Mein Vater war lange Jahre Kreisflüchtlingsbeauftragter, eine damals bedeutende Stellung.


Aufgewachsen bin mit meinem Bruder und meiner Schwester in Boostedt, damals wie heute eine vitale Gemeinde mit knapp 5.000 Einwohnern, wo mein Vater auch Bürgermeister war. Am Internatsgymnasium Schloss Plön legte ich 1961 mein Abitur ab.

Studium, Beruf

1963 - 69 studierte ich Romanistik (Portugiesisch/Französisch), Politische Wissenschaft, Geografie sowie Jura in Kiel und Berlin; ich nahm längere Studienaufenthalte in Barcelona und Lissabon. Mein erstes juristisches Staatsexamen legte ich 1969 ab. Ich promovierte 1967 zum Dr. phil., 1971 zum Dr. jur. und habilitierte 1978 zum Dr. sc. pol. habil. 1981 hatte ich eine Gastprofessur an der Pennsylvania State University, USA.


Von 1973 bis 77 war ich Grundsatzreferent beim damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg (CDU) an der Staatskanzlei in Kiel. Zwischen 1978 und 1986 wirkte ich als Privatdozent, mit längeren Forschungsaufenthalten in Barcelona - wo ich schon 1971 bis 73 als Habilitand geforscht hatte - und Lissabon (jeweils ein Jahr). Von 1986 bis zu meiner Pensionierung Ende 2006 war ich Professor für Politische Wissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Familie

Ich bin Vater zweier Töchter aus erster Ehe, bin zum zweitenmal verheiratet und wohne mit meiner Frau Marion in Kiel am Russee.

Werke

Nach meinem Selbstverständnis bin ich vor allem ein Mann der Sprache. Viele kennen mich durch meine Vorträge. Als Konferenzsprachen, in denen ich Vorträge oder Vorlesungen gehalten habe, beherrschte ich neben Deutsch Portugiesisch, Französisch, Spanisch und Englisch.


Von meinen Büchern trägt mein Hauptwerk den Titel „Katalanische Frage und spanische Autonomien“. Dazu kam mit einem Co-Autor der Geschenk-Bildband der Bundesregierung „VISIO GERMANIAE“. Außerdem verfasste ich einen 100-seitigen Buchbeitrag über die Gewerkschaften in Portugal im Sammelband der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS).


Hinzu kommen rund 35 Aufsätze und Buchbeiträge. Ein Werkverzeichnis können Sie unter dem Punkt Bibliografie finden.


Meine Broschüre „Die Wiedergeburt der europäischen Mitte und die Grenzen des Abendlandes“ (siehe Menüpunkt Schriften) drückt sehr gut aus, was mich bewegt: Die Überwindung der Teilung zwischen Ost und West schon während des „Kalten Krieges“ wegen der gemeinsamen historischen Wurzeln einerseits und der Gegensatz zwischen dem lateinischen und dem orthodoxen Kulturraum, andererseits.

Ein Motto von mir: „plus ultra“ - noch über die äußersten Grenzen hinaus, das sich die spanischen Könige gewählt hatten (Brunnen im Park des Palastes zu Sevilla, Andalusien).

Daneben der weibliche Stammbaum im Schloss Weikersheim, Württemberg.

Kachelspruch 'Plus Ultra' in Park in Sevilla, Andalusien Stammbaum im Schloss Weikersheim, Württemberg

Reisen

Meine Lieblingsbeschäftigung ist eindeutig das Reisen. Bis Ende 2013 habe ich bereits 112 Staaten und 16 Sondergebiete auf dieser Erde bereist (siehe Exkursionen und Staaten). Meine Freunde nennen mich einen profunden Kenner der Geschichte und Geografie aller wichtigen Länder und Völker sowie ihrer Herrscherhäuser, ihrer Flaggen, Wappen, Hymnen und Sprachen, der wie kein Anderer Zusammenhänge herstellen kann.